Geschichte des Hauses
Im XI. Jahrhundert fand die erste Zusammenlegung des Palazzo Poschi (Torre Taccola o dei Taccola) mit mindestens 3 weiteren Turmhaeusern statt, und weitere Zusammenlegungen im XI und XIV Jahrhundert haben den forderen Teil von der Strasse Borgo Stretto versperrt.
Im Jahre 1496 zieht eine Linie der Familie Poschi nach Pisa und vollendet in den darauffolgenden Jahren die Konstruktion des Palastes. Das Gebaeude wurde auf 3 Stockwerken erbaut und war mit dem schon zuvorbestehenden Turm verbunden. In seiner ersten Konstruktion hatte das Gebaeude einen viereckigen zentralen Grundplan mit einer Arkade zu der Strasse Borgo und einer anderen Arkade an der Rueckseite des Hauses. Das Gebaeude ist von der zentralen Achse des Vorhofes durchkreuzt. Der Vorhof selbst bildete sich aus 3 Boegen und 2 zentralen Saeulen.
Die Hauptfassade aus Backstein ist durch eine doppelte Anordnung von zweiboegigen Fenstern gekennzeichnet. Auf der Nordseite mit Ecke zur Strasse San Francesco stammen die bestehenden zweiboegigen Fenster, einschliesslich der beiden kuenstlichen Fenster, aus einem Versuch von Toscanelli, dem damaligen Besitzer, die Fassade Mitte des 8. Jahrhunderts umzukonstruieren. Ein Grundbucheintrag aus dem Jahre 1783 von Leopoldo signalisiert bereits die letzte Situation architektonischer Ereignisse des Gebaeudes unter der Familie Poschi.
Das Gebaeude verdankt seinen hauptsaechlichen Verfall Ludwig Poschi, der 1840, von Spielschulden gepeinigt, Pisa verlaesst und sich bei seinen Schwagern in Lucca niederlaesst. All seine Eigentuemer wurden versteigert.
1840 wird das Gebaeude von einem Adeligen namens Giovani Battista Toscanelli aus Pisa gekauft, der sofort mit den Restaurierungsarbeiten beginnt und die gesamte Struktur neu organisiert um die 3 Stockwerke, einschliesslich der Mansarde bewohnbar zu machen und Waende und Decken mit Fresken bemalen laesst.
Das Gebaeude bleibt bis 1909 im Besitz von der Familie Toscanelli. Danach geht das Gebaeude an die Versicherungsgesellschaft Cattolica ueber und macht es zu ihrem eigenen Sitz und gibt es 1937 an Giovanni Allegrini weiter und bleibt bis im Jahre 2002 im Besitz der Familie Allegrini bis es von der Gesellschaft Progetto 92 erworben wird. Diese beginnt eine wichtige Restaurierung unter der Planung des Architekten Albertino Linciano des Architektenbueros Linciano Benvenuti e Associati (www.libea.it)
Waehrend der ersten Inspektionen vor der Restaurierung bemerkte man sofort die zahlreichen Dekorationen und Fresken. Die Proben, die von den Mauern und Decken entnommen wurden liessen zuerst den leisen Verdacht aufkommen, dass es sich bei diesen Dekorationen und Fresken nicht um Originale handelt. Diese Hypothese wurde dann von der geschichtlichen Nachforschung widerlegt.
Das Gebaeude wurde ueber ein ganzes Jahrhundert hinweg fuer Bueroraeume genuetzt und es ist unbestreitbar, dass das Gebaeude somit von den oft so ueblichen zerstoererischen Restaurierungen verschont geblieben ist. Nach Saeuberung der Struktur wurde eine minuzioese Restaurierung der gesamten kortikalen Innen- und Aussenoberflaeche durchgefuehrt und danach wurde die eigene Hierarchie der Raeumlichkeiten wiederhergestellt und es wurden nur geringfuegig neue Elemente eingesetzt, die fuer die Wiederinstandnahme des Gebaeudes unentbehrlich waren.
Das neue interne Volumen wurde mit grosser Sorgfalt ausgefuehrt und gibt dem Gebaeude den Anblick eines Staedtebaus zurueck.